Wie Kliniken mit MAIA.tools Anamnese, Aufklärung und Forschung mit erhöhter Patient:innensicherheit zusammenführen

Die Aufklärung vor einem medizinischen Eingriff gehört zu den sensibelsten und zugleich administrativ aufwändigeren Bereichen im Klinikalltag. Sie muss verständlich und rechtzeitig sein, rechtlich sauber dokumentiert werden – und darf dabei weder Patient:innen überfordern noch das ärztliche Personal unnötig binden oder Prozesse unterbrechen. Genau an dieser Schnittstelle setzen digitale Aufklärungslösungen an. Die Erfahrungen aus unterschiedlichsten klinischen Bereichen zeigen: Der Bedarf ist real, und die Wirkung, wenn es gut gemacht ist, auch.

Die Aufklärung verlagert sich – aber nicht das Gespräch

Digitale Patientenaufklärung wird oft als Ersatz für das persönliche Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin missverstanden. In der Praxis zeigt sich das Gegenteil, eine perfekte Symbiose zwischen Vorinformation zuhause und persönlichem Aufklärungsgespräch. Wenn Patient:innen sich Informationsvideos und Fragebögen bereits in Ruhe zu Hause ansehen und ausfüllen können, kommt das eigentliche Aufklärungsgespräch nicht unter Druck – es wird zielgerichteter. Behandelnde sehen vorab, welchen Wissensstand ihr Gegenüber bereits mitbringt, welche Fragen offen geblieben sind, und können das Gespräch entsprechend fokussieren, statt Grundlagenwissen erneut von vorne zu erklären.

Wie sehr dieser Gedanke inzwischen auch in großen Klinikverbünden ankommt, zeigt sich beispielsweise an der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), die dazu am 25.08.2026 einen Artikel veröffentlicht hat: Die Vorinformation über Behandlungen oder Untersuchungen und das Ausfüllen von Formularen wird bewusst ins heimische Wohnzimmer verlagert, wo sich Patient:innen ausreichend Zeit nehmen und in früheren Befunden nachlesen können – während das persönliche Gespräch mit dem medizinischen Personal weiterhin fixer Bestandteil bleibt.

Bessere Datenqualität

Ein (auch von uns) oft unterschätzter Effekt der Anamnesebefragung vorab ist die Qualität der erhobenen Daten. Wenn Patient:innen Anamnese- und Aufklärungsbögen zu Hause statt im Wartezimmer ausfüllen, können sie in Vorbefunden nachschlagen, sich Zeit nehmen und Angaben präziser machen. Kliniken, die digitale Aufklärung einführen, berichten uns unabhängig voneinander von deutlich vollständiger und sorgfältiger ausgefüllten Fragebögen. Auch im erwähnten KAGes-Beispiel bestätigt sich dieses Muster: Die verantwortliche Primaria der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Standort Deutschlandsberg hält fest, dass die Fragebögen seit Einführung der digitalen Aufklärung genauer ausgefüllt werden – mit direktem positivem Effekt auf die Patient:innensicherheit.

„Seit wir die Möglichkeit der digitalen Patientenaufklärung nutzen, sind die Fragebögen viel ausführlicher und genauer ausgefüllt – dieser Qualitätssprung erhöht auch die Patientensicherheit“
Primaria Dr. Barbara Wagner
Abt. für Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH-Standort Deutschlandsberg

Niederschwelligkeit ist nicht optional, sondern die Voraussetzung

Damit digitale Aufklärung tatsächlich ankommt, darf sie keine zusätzliche Hürde schaffen. Kein App-Store, keine Installation, kein Passwortzwang – ein einfacher, personalisierter Link auf ein browserfähiges Endgerät reicht. Dieses Prinzip – Stichwort BYOD (Bring Your Own Device) – ist einer der wichtigsten Hebel, um Rücklaufquoten zu erhöhen und tatsächlich alle Patient:innengruppen zu erreichen, nicht nur die technikaffinsten. Durch den Ansatz entfällt auch die Beschaffung, Wartung und Administration von entsprechenden Geräten in der Klinik, wie etwa iPads oder anderen Tablets in der Klinik, die bei IT-Abteilungen und Ärzt:innen wiederum einen vermeidbaren Mehraufwand verursachen. Ebenso wichtig: Die digitale, filmgestützte Variante muss immer freiwillig bleiben und eine Alternative als Text muss in der Klinik zur Verfügung stehen – schon allein, um niemanden auszuschließen.

Ein Produkt, viele klinische Realitäten

Eine gute digitale Aufklärungslösung muss sich an sehr unterschiedliche Fachbereiche anpassen lassen, ohne dass für jede Abteilung eine komplett neue Lösung entstehen muss. Die Anforderungen in der Geburtshilfe unterscheiden sich deutlich von jenen vor einer endoskopischen Routineuntersuchung oder einem tagesklinischen Eingriff – unterschiedliche Inhalte, unterschiedliche Formulare, unterschiedliche Abläufe im Hintergrund. Auch das lässt sich am Beispiel der KAGes gut nachvollziehen, wo dieselbe Grundlogik parallel in der Geburtshilfe, in der Endoskopie und künftig auch im tagesklinischen Bereich zum Einsatz kommt – jeweils angepasst an die konkreten Abläufe vor Ort. Genau hier zeigt sich der Wert einer Plattform, die sich flexibel in bestehende Klinikprozesse und -systeme integrieren lässt, statt starre Vorgaben zu machen.

Was das für Kliniken bedeutet

Projekte wie diese zeigen exemplarisch, wovon wir bei MAIA.tools überzeugt sind: Digitale Aufklärung entfaltet ihren größten Nutzen nicht als isoliertes Tool, sondern als Plattform, die gemeinsam mit den klinischen Teams vor Ort weiterentwickelt wird – Abteilung für Abteilung, Anwendungsfall für Anwendungsfall. So entsteht aus einem einzelnen Pilotprojekt Schritt für Schritt ein Standard, der sich über verschiedenste Fachbereiche hinweg bewährt: einfach für Patient:innen, entlastend für das Personal und mit messbarem Effekt auf Datenqualität und Sicherheit.

Besonders deutlich wird das bei tagesklinischen Eingriffen: Wenn junge, gesunde Patient:innen sich schon vorab digital informieren können, lässt sich das persönliche Aufklärungsgespräch besser koordinieren und Patient:innen, die keine zusätzlichen Voruntersuchungen benötigen, kommen nicht unnötigerweise in die Prä-OP Ambulanz – zusätzliche Anfahrten und Wartezeiten entfallen, wertvolle Ambulanzressourcen werden geschont. Ein kleiner organisatorischer Kniff mit spürbarer Wirkung auf Patient:innenzufriedenheit und Klinikressourcen gleichermaßen.